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Die Grubenwehr

Die Grubenwehr, eine Art "Feuerwehr der Bergwerke", gibt es seit über 100 Jahren. Alexander von Humboldt forderte bereits 1799, aufgrund seiner Erfahrungen als preußischer Oberbergmeister, die Vorhaltung von Atemschutzgeräten für den untertägigen Bergbau sowie die Unterweisung der Bergleute im Gebrauch dieser Geräte“.1897 wurde auf der Herner Zeche „Shamrock“ erstmals ein Rettungstrupp mit Atemschutzgeräten ausgerüstet. Hintergrund waren die tragischen Grubenunglücke, die durch Schlagwetterexplosionen ausgelöst wurden.

Die aktuelle Grubenwehr ist eine Organisation aus freiwilligen Mitgliedern, auf einem deutschen Bergwerk gehören ihr etwa 100 Kameraden an. Der Grubenwehrmann ist im Alltag nur durch einen Aufkleber auf seinem Helm von seinem Kumpel zu unterscheiden, im Einsatz unterscheidet sie ihre orange Flammschutzkleidung von den weiß gekleideten "normalen" Bergleuten.

Die Anforderungen sind hoch, der Job ist freiwillig, zusätzlich zum normalen Beruf als Bergmechaniker, Schlosser, Elektriker oder Ingenieur auf dem Bergwerk.

Nur die Hauptgerätewarte, die sich um die Ausrüstung kümmern, sind Vollzeitgrubenwehrmänner.

Man muss schon kerngesund und topfit sein, um in die Grubenwehr aufgenommen zu werden, die Befähigung und persönliche Fitness wird regelmäßig durch Übungen überprüft.

 

Hohe Sicherheitsstandards im deutschen Bergbau
Grubenwehren in Deutschland gibt es eigentlich dafür, dass es sie nicht geben muss.
Die Sicherheitsstandards im gesamten Deutschen Bergbau
sind die höchsten der Welt.

Die Grubenwehr kommt erfreulich selten zum Einsatz und wenn, dann sind es Arbeitseinsätze. Für diese Arbeitseinsätze werden die speziellen Fähigkeiten der ausgebildeten Wehrmänner genutzt und sie dienen gleichzeitig dem Training unter realen Bedingungen.

Zusätzliche Übungen fahren nur die „Abseiler“, (Spezialausbildung in Abseiltechnik) sie klettern auf die Dächer der Kohlenwäsche oder auf Fördertürme um sich von dort, nicht unspektakulär wieder abzuseilen.

Diese Zusatzausbildung scheint für unter Tage erstmal wenig Sinn zu machen, aber wenn man an die tiefen Schächte denkt wird einem schnell klar, dass auch hier möglicherweise Hilfe benötigt wird.

Im Ernstfall wird die Grubenwehr über ein Handy- Alarmierung- System zum Bergwerk gerufen.

Nach dem schweren Erdbeben am 17. August 1999 waren auch Mitglieder der Grubenwehr des Bergwerks Lohberg-Osterfeld im türkischen Marmara-Gebiet im Nordwesten der Türkei im Einsatz. Damals ließen schätzungsweise 17000 Menschen ihr Leben. Bei der großen Zahl der Opfer leisteten die Kameraden übermenschliches.

Eigentlich sind Grubenwehrmänner ausgebildet um Brände unter Tage zu löschen, aber nicht immer sind offensichtliche Flammen die Auslöser für den Grubenwehr Einsatz, sondern die sogenannten verdeckten Brände bei denen Kohle in nicht zugänglichen Grubenbereichen langsam vor sich hin schwellt. Dann versuchen die Wehrleute, das betroffene Gebiet durch Dämme abzudichten und den Sauerstoffgehalt in den Wettern, also der Umgebungsluft unter Tage durch Zufuhr von Stickstoff zu reduzieren.Fachsprachlich sagt der Grubenwehrmann „inertisieren“.Bis dieser Schwelbrand kontrolliert oder gelöscht werden kann, vergeht häufig viel Zeit.

Glücklicherweise geht bei diesen Einsätzen um Sachwerte, manchmal aber muss die Wehr ausrücken, um ihre Kumpel zu retten und das auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens.

Wie gesagt sehr selten, aber wir trainieren weiter für diesen unerwünschten Ernstfall.

 

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